Geschäfte im Internet und das Finanzamt

Geld verdienen im Internet ist sicherlich eine feine Sache. Das World Wide Web bietet zahlreiche Möglichkeiten, Einnahmen zu erzielen:

  • Werbeeinnahmen durch Google Adsense u.ä.,
  • Provisionserlöse mit Affiliate Marketing,
  • Domainhandel und -parking,
  • Verkauf von elektronischen Produkten wie ebooks und Software,
  • Online Shops, und
  • ebay-Verkäufe

sind sicherlich die wichtigsten Geschäftsmodelle. Was sagt aber das Finanzamt zu diesen Dingen? Fakt ist: bei allen genannten Methoden entfalten Webmaster gewerbliche Aktivitäten und werden somit dem Grunde nach steuerpflichtig. Die erzielten Einnahmen unterliegen somit grundsätzlich

  • der Umsatzsteuer,
  • der Gewerbesteuer
  • und der Einkommensteuer.

Kein Wunder also, dass der Fiskus täglich 100.000 Internetseiten scannt und dort systematisch nach Betreibern mit steuerrelevanten Geschäften fahndet. Vielfach wissen die Betreiber von kommerziellen Seiten nicht über die steuerlichen Aspekte Bescheid. Dies mag daraus resultieren, dass viele Projekt als “private Homepage” begonnen wurden und man subjektiv immer den Eindruck hatte, dass das Finanzamt ja wohl mit so einer kleinen Nebentätigkeit kein Probleme haben dürfte. Weitere Fehleinschätzungen ergeben sich daraus, dass sich viele aufgrund des Auslandsbezuges ihrer Geschäfte in trügerischer Sicherheit wiegen. Wenn der diskrete Google-Scheck nach Hause flattert, wird das doch wohl keiner merken, oder? Manche kommen auch zu der falschen Auffassung, dass Seiten die im Ausland gehostet werden, für ihren in Deutschland ansässigen Betreiber keine Steuerfolgen auslösen. Dies ist aber nicht richtig! Wer in Deutschland wohnt, ist hier mit all seinen Einkünften steuerpflichtig. Für eine sogenannte “Betriebsstätte” im Ausland liegen in den genannten Fällen nämlich die Voraussetzungen nicht vor und allein dieses könnte eine Einkünfteverlagerung ins Ausland bewirken. Ach ja, im Ausland gibt es in der Regel auch Finanzämter!

Wer also in den genannten Bereichen tätig ist, sollte ein Gewerbe anmelden und ordnungsmäßige Aufzeichnungen machen. Wenn man zusätzlich zu feinen Umsätzen im Netz auch noch ruhig schläft ist doch alles perfekt!

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