Abgeltungsteuer – was ist das? (Teil I)

Sie ist in aller Munde: die Abgeltungsteuer

Was verbirgt sich aber hinter diesem Begriff? Zunächst mal ist man doch geneigt zu vermuten, die ganze Sache  hätte etwas damit etwas zu tun, dass Banken irgendetwas “einbehalten” und damit eine Steuer auf eine ganz bestimmte Einkunftsart erledigt (”abgegolten”) werden kann. Ganz verkehrt ist dies natürlich nicht.  Eine solche Einschätzung verstellt jedoch den Blick darauf, was die Abgeltungsteuer eigentlich wirklich ist: ein gravierender Eingriff des Gesetgebers in die Besteuerungssystematik bei der Einkommensteuer. Wie hat man bisher seine Einkommensteuer ausgerechnet? Im Grunde doch so, wie es nachstehende Tabelle verdeutlicht. Also: alle Einkünfte schön aufsummiert, Abzüge runter und rein damit in die Tabelle (oder in den Computer), schon hatte man seine Steuer.

Bisher gab es also immer nur einen einheitlichen Einkommensteuersatz, der in seiner Höhe vom gesamten Einkommen beeinflußt war. Nun aber hat der Gesetzgeber für Kapitaleinkünfte  eine Extrawurst gebraten. Für diese gilt nämlich ab 2009 ein besonderer Steuersatz von 25 %! Diese Mechanik greift völlig unabhängig davon, ob irgendeine Bank im laufenden Jahr einen Steuerabzug vorgenommen hat! Es kann also durchaus auch Konstellationen geben, in denen kein Kapitalertragsteuerabzug bankseitig vorgenommen wurde, dennoch aber das Finanzamt einen Steuerbescheid ausfertigt, in dem die unten dargestellte Steuerberechnung durchgeführt wird.

Ab 2009 werden Kapitaleinkünfte somit grundsätzlich um das Veranlagungsverfahren “herumgeführt”.  Zinsen, Dividenden und andere Kapitalerträge wirken sich dann nicht mehr progressionstreibend aus, d.h. sie führen nicht zu einem Ansteigen des Steuersatzes!  Hier die grafische Darstellung (sorry, bin kein Grafiker):

Unter der Abgeltungsteuer versteht man also primär

einen besonderen, fixen Steuersatz auf Kapitaleinkünfte.

Was ansonsten noch für den Umgang mit der Abgeltungssteuer relevant ist, werde ich in den folgenden Beiträgen näher erläutern.

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